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3. Semester: VWL-Grundkurse besuchen Vortrag - „Europäische Arbeitsmarktpolitik – eine krisenfeste Zukunftsstrategie?“

Am Montag, den 14.03.2016 lud das Informationszentrum Köln „europe direct“ in Kooperation mit dem IZA (Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit) in den Räumlichkeiten der VHS Köln zur Informations- und Diskussionsrunde zum Thema „Mehr Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum in Europa – aber wie?“.

 

Das IZA ist ein privates und unabhängiges Wirtschaftsforschungsinstitut, welches dank seiner weltweit rund 1500 Mitarbeiter global agiert und sowohl national als auch international an Debatten um künftige Reformen teilnimmt. Der Vortrag richtete sich in erster Linie an sachkundige Personen und Interessierte. Referiert wurde von Dr. Werner Eichhorst, Direktor für Arbeitsmarktpolitik in Europa am IZA. Dr. Eichhorst führte die Anwesenden – zu denen auch die beiden Grundkurse der Volkswirtschaftslehre unter der Leitung von Herrn Wallmann zählten – in die Themengebiete  „Unterschiedliche Entwicklungen nach der Krise“, „Die Rollen von Institutionen und Reformen“ und „Europäische Arbeitsmarktpolitik“ ein. Das Referat von Herrn Dr. Eichhorst richtete sich, wie erwähnt, überwiegend an Fachkundige oder Interessierte. Entsprechend war der Vortrag aufgebaut. Es wurden sehr viele Statistiken präsentiert, welche  – durch  mangelndes Fachwissen – leider nicht allen Anwesenden auf Anhieb verständlich waren. Nichtsdestotrotz konnten viele sehr interessante Informationen übermittelt werden.

Aus dem Referat von Dr. Eichhorst, sowie den präsentierten Statistiken ging hervor, dass Europa in Bezug auf das Thema „Arbeitsmarkt“ erhebliche Unterschiede aufweist und einige Länder noch immer gegen enorme Probleme, welche ihren Ursprung in der Wirtschaftskrise haben, ankämpfen müssen. So entnahm ich einer Statistik, die die Geschlechterverteilung auf dem Arbeitsmarkt darstellte, dass Frauen in ganz Europa teilweise deutlich weniger beschäftigt werden als Männer.

Auch wurde die teilweise sehr hohe Jugendarbeitslosigkeit thematisiert, welche in Spanien bei über 50% liegt (Stand 2014). Für die Anwesenden wurde sehr deutlich, dass die Krise ihre Spuren hinterlässt, auch wenn man in Deutschland teils relativ wenig davon mitbekommt.

Die Krise sei hier in Deutschland laut Dr. Eichhorst mit der Einführung der Umweltprämie (Umgangssprachlich auch „Abwrackprämie“ genannt) als Teil des Konjunkturpaketes II sowie mit Zeitarbeit und befristeten Arbeitsverhältnissen relativ gut aufgefangen worden. 

Sehr interessant empfand ich die Ausrichtung der deutschen Arbeitsmarktpolitik, auf die Dr. Eichhorst meines Erachtens nach verstärkt hätte eingehen können. Denn diese ist auf den Export ausgerichtet und nimmt zum Beispiel niedrige Löhne billigend in Kauf. Auch für den extrem langen Aufschub des Mindestlohnes kann man hier Gründe suchen. Der durch die Arbeitsmarktpolitik unterstützte Export half die Krise in Deutschland ein Stück weit aufzufangen. Man könnte fast sagen, Deutschland hat zu Lasten anderer europäischer Länder profitiert.

Ein weiterer sehr interessanter Punkt ist das auf zehn Jahre angelegte Wirtschaftsprogramm der Europäischen Union „Europa 2020“. Es ist das Nachfolgeprogramm der Lissabon-Strategie, welche von 2000 bis 2010 verfolgt wurde. Ziel dieses Programms ist die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit, in dem die Ausgaben für die Wirtschaft, für Soziales und für die Umwelt erhöht werden. So setzt sich die Europäische Union bis 2020 unter anderem das Ziel, eine Beschäftigungsquote von 75% in allen Ländern Europas zu erreichen. Außerdem soll eine Jugendbeschäftigungsgarantie eingeführt werden, welche die Senkung der Arbeitslosigkeit junger Menschen als Ziel hat. Auch die Einführung eines Europäischen Sozialfonds ist angedacht, welcher bei der Verfolgung dieses Plans ein sehr wichtiges Instrument darstellt.

So schön sich diese Ziele auch anhören, die Umsetzung gestaltet sich doch eher schwierig. Grund dafür sind unterschiedliche Kapazitäten und Strukturen in den verschiedenen Ländern der EU.

Die einzelnen Staaten besitzen teils eigene Institutionen für ihren Arbeitsmarkt und verfolgen auch unterschiedliche Strategien, was teils problematisch für das Zusammenwirken auf europäischer Ebene ist. Gemeinsame Ziele lassen sich so leider nur schwer realisieren.

Das Referat von Dr. Eichhorst habe ich insgesamt recht positiv und gewinnbringend aufgefasst. Zwar konnte ich nicht alles im Detail verstehen, weil mir für manches das erforderliche Fachwissen fehlte, doch sind meiner Meinung nach die wesentlichen Informationen rübergekommen. Auch wenn der Vortrag tatsächlich sehr „statistiklastig“ war und eben in erster Linie Fachkundige angesprochen wurden, so konnte ich dennoch wichtige Fakten mitnehmen und freue mich, diese bald im VWL-Unterricht einbringen zu können.

(Jannis Weber, 3. Semester)