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3. Semester: Leistungskurs Geschichte besucht Ausstellung im Rathaus

Am 26. Januar 2017 haben wir, der Leistungskurs Geschichte, gemeinsam mit unserem Lehrer Herrn Wallmann die Wanderausstellung

„abgestempelt – Judenfeindliche Postkarten" im Rathaus besucht. Nachdem wir im Unterricht bereits den Antisemitismus vor dem Ersten Weltkrieg behandelt hatten, war ich gespannt auf weitere Informationen und vor allem darauf, originale Postkarten aus der damaligen Zeit zu sehen.

Postkarten waren in dem Zeitraum – Ende des 19. Jahrhunderts bis Anfang des 20. Jahrhunderts – ein wesentliches Kommunikationsmittel. Auf der Vorderseite waren aber meist nicht, wie heute üblich, Bilder von einer Stadt oder Landschaft zu sehen. Stattdessen wurde oft mit judenfeindlichen Darstellungen Antisemitismus zum Ausdruck gebracht.

Die Ausstellung war in vier verschiedene Bereiche eingeteilt. Am Beginn standen Vorurteile über das Äußere von Juden: große Nase, verformte Körper oder die Darstellung als Tier, z.B. als Schwein. Im zweiten Abschnitt wurden Stereotype über Juden in der Gesellschaft vorgestellt. Juden wurde nachgesagt, sie seien „Hausierer und Bonzen", ihnen wurde Betrug und Vorteilsnahme vorgeworfen. Im dritten Bereich der Ausstellung wurden die antisemitischen Haltungen und Wunschvorstellungen, im vierten Bereich der staatlich geduldete und propagierte Antisemitismus behandelt. Insgesamt bot die Ausstellung eine gelungene Abwechslung zwischen Informationen und originalen Überbleibseln.

Im Anschluss an die Führung gab es noch einen Workshop, um die neu gelernten Informationen anzuwenden und weiter zu vertiefen. In Partnerarbeit haben wir verschiedene Postkarten interpretiert und uns diese anschließend gegenseitig vorgestellt. Der Workshop hat den Ausflug nochmal interessanter gemacht. So konnte man dem Leiter der Ausstellung nicht nur zuhören, sondern aktive Mitarbeit war gefragt. Insgesamt hat die Ausstellung gezeigt, wie sehr Juden zu der damaligen Zeit diskriminiert wurden. Doch treffen die Vorurteile wirklich zu? Nein –  „Judenhass erwächst aus Neid, Dummheit, Unfähigkeit" (so die Aufschrift einer zeitgenössischen Klebemarke zum Aufkleben auf Briefe, um 1880). Mich hat es sehr erstaunt, dass bereits in den 1880er Jahren Gegenpositionen so deutlich gemacht wurden.

Die Ausstellung war auf jeden Fall sehenswert, hat den Unterricht lebendiger gestaltet und damit geholfen die Unterrichtsinhalte leichter zu verinnerlichen. Besonders gut hat mir die Mischung aus neuen Informationen, originalen Postkarten und der aktiven Mitarbeit gefallen.

 

Corinna Becht, 3. Semester