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Cicero

Marcus Tullius Cicero war ein römischer Politiker, Redner und Philosoph. Cicero hat zum einen in der Rolle des Anklägers oder Anwalts Reden vor Gericht gehalten. Im Rahmen seiner politischen Tätigkeit ist er aber auch als Redner vor dem römischen Senat aufgetreten. Diese Reden sind stilistisch und inhaltlich glänzend ausgefeilt und gelten immer noch als Musterbeispiele für antike Rhetorik. Sehr bedeutend sind aber auch seine philosophischen Werke, die uns immer noch als Quelle dienen für das Verständnis der verschiedenen damals existie­renden philosophischen Schulen. Außerdem sind uns ca. 800 Privat­briefe, die er an seinen Bruder Quintus und an Freunde geschrieben hat, überliefert worden. Aus diesen Briefen erfährt man viel über die damaligen Zustände in Rom und über den Privatmann Cicero, seine persönlichen Gedanken und Ansichten, die er nur Freunden und Vertrauten mitteilen konnte.

Cicero wurde am 1. Januar 106 v. Chr. in Arpinum geboren. Seine Familie gehörte dem Ritterstand an. Diese Familien waren häufig sehr reich, aber politisch unbedeutend.

Ciceros Lebenslauf entsprach zunächst dem eines typischen römischen Jungen aus gutem und wohlhabendem Haus. Zum Studium der Rhetorik, Jurisprudenz und Philosophie ging er nach Rom, danach leistete er den obligatorschen Kriegsdienst ab. Daran schloss sich eine mehrjährige Bildungsreise nach Griechenland an zum vertieften Studium der Rhetorik und Philosophie. Nach seiner Rückkehr durchlief er die für Römer vorgesehene Ämterlaufbahn (cursus honorum) in der Reihenfolge Quästor, Ädil und Prätor. Bei der Ausübung dieser Ämter erwarb er sich den Ruf von großer Integrität und Rechtschaffen­heit, was durchaus nicht selbstverständlich war. Die Amtsinhaber nutzten ihr Amt oft zur persönlichen Bereicherung und Vorteilsnahme. Neben der politischen Karriere machte sich Cicero aber auch als Redner einen Namen. Er trat in mehreren Aufsehen erregenden Gerichtsprozessen auf. Bald hatte er sich den Ruf erworben, der beste Redner Roms zu sein.

Im Jahr 63 v. Chr. wurde Cicero zum Konsul gewählt. Dies war für einen Mann aus einer politisch unbedeutenden Ritterfamilie sehr ungewöhnlich. Dieses höchste Amt hatten fast nur Römer aus Familien inne, die schon eine lange Ahnenreihe von ehemaligen Konsuln vorzuweisen hatten. Ein "Emporkömmling" wie Cicero wurde daher auch abwertend als "Homo novus" bezeichnet. Während seines Konsulats kam es zu einem "Putschversuch". Ein Römer namens Lucius Sergius Catilina versuchte gewaltsam, die Macht im Staat zu erobern, nachdem ihm dies auf politischem Weg nicht gelungen war. Diese "Catilinarische Verschwörung" wurde von Cicero aufgedeckt, zerschlagen und die Verschwörer hingerichtet. Dies geschah allerdings gegen das gültige römische Recht, das eine Hinrichtung von Römern ohne Gerichts­prozess verbot. Nach Ende seiner Amtszeit wurde Cicero deswegen von seinen politischen Gegnern angeklagt und musste ins Exil gehen. Nach ca. einem Jahr wurde er jedoch begnadigt und kehrte nach Rom zurück. Politisch war er allerdings isoliert und "kaltgestellt". In dieser Phase widmete sich Cicero daher seiner zweiten Leidenschaft, dem Studium der Philosophie und der Rhetorik, und verfasste einige Bücher zu diesen Themen.

Im Jahr 49 v. Chr. brach in Rom ein Bürgerkrieg zwischen Gaius Julius Caesar und Gnaeus Pompeius Magnus um die Macht im Staat aus. Cicero schlug sich auf die Seite der Pompeianer, da er von Pompeius die Rettung der alten Republik erhoffte. Aus dem Bürgerkrieg ging jedoch Caesar als Sieger hervor, und Cicero konnte erst nach einer Begnadigung durch Caesar nach Rom zurückkehren. Allerdings gab es die alte Republik nicht mehr, Caesar regierte praktisch als Alleinherrscher. Erst nach der Ermordung Caesars im Jahr 44 v. Chr. sah Cicero daher eine Chance auf die Wiederherstellung der alten republikanischen Strukturen. Als größte Bedrohung für diese Ziel sah er dabei Marcus Antonius an, einen engen Gefolgsmann Caesars, der nach Caesars Tod dessen Machtstellung im Staat übernehmen wollte. Cicero hielt daher insgesamt vierzehn Reden gegen Marcus Antonius - die sogenannten Philippischen Reden -, in denen er auch vor gröbsten persönlichen Beleidigungen und Schmähungen nicht zurückschreckte. Damit machte er sich Marcus Antonius zum Todfeind. Dieser sorgte dann im Jahr 43 v. Chr. dafür, dass Ciceros Name auf die Proskriptionslisten kam, die eigentlich für die Anhänger der Caesarmörder gedacht waren. Jeder, dessen Name auf einer dieser Listen auftauchte, konnte ungestraft ermordet und seines Vermögens beraubt werden. Am 7. Dezember 43 v. Chr. wurde Cicero von Kopfgeldjägern in der Nähe von Formiae auf der Flucht gestellt und ermordet.

 

Literaturhinweise:

Wer auf spannende und unterhaltsame Weise mehr über die Person und das Leben Ciceros erfahren möchte, dem seien folgende Romane empfohlen.

  • Harris, Robert, Imperium, Heyne-Verlag (ISBN 9783453470835)
  • Harris, Robert, Titan, Heyne-Verlag (ISBN 9783453001589)

 

Im Roman "Imperium" beschreibt Robert Harris den spannenden und schwierigen Aufstieg Ciceros gegen viele Widerstände in das höchste Staatsamt des Konsuls. Der Roman "Titan" widmet sich den Geschehnissen während Ciceros Konsulats, insbesondere der Catilinarischen Verschwörung, und ihren Folgen für Cicero in politischer und persönlicher Hinsicht. Beide Romane sind aus der Sicht von Ciceros Privatsekretär Tiro geschrieben. Robert Harris hält sich in seinen Romanen eng an historische Tatsachen, wie sie uns aus den verschiedenen Quellen überliefert worden sind.