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Die Metamorphosen des Ovid

Ein Epos ist ursprünglich eine umfangreiche Erzählung bedeutender Ereignisse in Versform. Als Vorbild dienten die beiden Epen des griechischen Dichters Homer über den trojanischen Krieg und über die Irrfahrten des Odysseus. Lateinische Dichter hatten entsprechend z.B. Epen über die Vorgeschichte der Gründung Roms oder andere für Rom bedeutende historische Ereignisse verfasst. Ovid wählte als Thema für sein Epos "Metamorphosen" (dt.: Verwandlungen) ca. 250 Verwandlungssagen der antiken Mythologie, brachte sie in eine zeitliche Abfolge und verknüpfte die einzelnen Sagen äußerst kunstvoll. So erzählt Ovid mit viel Witz und Ironie, sowie einem realistischen Blick auf die menschliche Psychologie in 15 Büchern quasi eine Geschichte der Welt von der Schöpfung bis zur damaligen Gegenwart, der Regierungszeit des Augustus. Dabei zeichnet er eine Welt, in der nichts bleibt, wie es ist, sondern alles einem ständigem Wandel unterliegt.

Insbesondere die "Metamorphosen" des Ovid haben eine bleibende Wirkung auf die Nachwelt gehabt. Wenn wir heute Dramen wie "Romeo und Julia" von Shakespeare - ob als Theaterstück oder als Film - genießen oder Musicals wie "My fair Lady" anschauen können, dann wäre das ohne Ovids Metamorphosen nicht möglich. Die Vorlage für Shakespeare "Romeo und Julia" lieferte er mit seiner Erzählung von der unglücklichen, von den Eltern verbotenen Liebe zwischen Pyramus und Thisbe. In seinem Bildhauer "Pygmalion" schuf er das Vorbild für Professor Higgins in "My fair Lady", der sich eine "neue" Frau erschaffen wollte, da er mit den "realen" Frauen nicht zufrieden war. Ebenso würden wir ohne Ovids Werk einen selbstverliebten Menschen nicht als "Narziss" und verzögert reflektierte Schallwellen nicht als "Echo" bezeichnen. Diese Liste ließe sich beliebig erweitern um Werke aus der Kunst, der Musik und der Literatur, die alle von der antiken Sagenwelt inspiriert wurden, wie sie uns Ovid in seinen "Metamorphosen" überliefert hat.