• images/sliderlogo/sliderlogo-a.png
  • images/sliderlogo/sliderlogo-b.png
  • images/sliderlogo/sliderlogo-c.png
  • images/sliderlogo/sliderlogo-d.png
  • images/sliderlogo/sliderlogo-e.png

Ovid

Publius Ovidius Naso war zu seinen Lebzeiten der wohl berühmteste und meistgelesene Dichter in Rom. Und dies gelang ihm, obwohl er nach ersten Veröffentlichungen, die noch weitestgehend bekannten Mustern folgten, begann, die alten Formen der Dichtung mit neuartigen, überraschenden und damals zum Teil durchaus "anstößigen" Inhalten zu füllen. So hatten schon einige Dichter vor ihm sogenannte Lehrgedichte verfasst, die ein Thema in Gedichtform behandelten. Diese Lehr­gedichte hatten jedoch immer "Seriöses" wie z.B. die Naturphilosophie Epikurs, die Landwirtschaft oder die Dichtkunst selbst zum Thema. Ovid nun wählte als Themen die "Schönheitspflege des weiblichen Gesichts" (De medicamine faciei feminae), die "Liebeskunst" (Ars amatoria) und die "Heilmittel gegen die Liebe" (Remedia amoris). In der "Ars amatoria" erklärt Ovid jungen Männern und Frauen, wo und wie sie ihre große Liebe finden und dauerhaft an sich binden können. In den "Remedia amoris" gibt er Hilfestellungen für den Fall, wenn es in der Liebesbeziehung nicht mehr gut läuft und man sich "entlieben" möchte. Diese Themen zu wählen, war insbesondere in einer Zeit Aufsehen erregend und fast skandalös, in der Kaiser Augustus versuchte, dem zunehmenden Verfall des altrömischen Begriffs von Ehe und Familie durch eine rigide Gesetz­gebung entgegenzuwirken.

Auch in seinem Epos "Metamorphosen" füllte er die alte Form des Epos mit einem neuen und ungewöhnlichen Inhalt.

Über das Leben des Ovid wissen wir das meiste nur aus einem seiner späteren Werke, in dem er in einem Gedicht sein Leben in Gedichtform (Link zu Ovid Tristien  IV, 10) beschreibt. Danach wurde er am 20. März 43 v. Chr. in Sulmo in Mittelitalien geboren. Seine Familie war wohlhabend und gehörte dem Ritterstand an. Sein Vater hatte für ihn die übliche öffentliche Laufbahn vorgesehen. Ovid erhielt demgemäß eine sorgfältige Ausbildung in Rom, an die sich die obligatorische Bildungsreise nach Griechenland und Kleinasien anschloss. Danach bekleidete er einige öffentliche Ämter. Ovid wandte sich jedoch bald von diesem Weg ab und der Dichtkunst zu. Seine ersten großen Erfolge hatte er mit 30 Jahren, als er zwei Sammlungen von Liebeselegien, d.h. Liebesgedichten, veröffent­lichte. Zehn Jahre später folgten seine Lehrgedichte, die "Ars amatoria" und  die "Remedia amoris", weitere zehn Jahre später sein Epos "Metamorphosen". Zu dieser Zeit war er der gefeiertste  Dichter Roms. Trotzdem wurde er auf dem Höhepunkt seines Erfolges im Jahr 8 n. Chr. von Kaiser Augustus nach Tomi am Schwarzen Meer, dem heutigen Konstanza in Rumänien, verbannt. Die Gründe für diese Verbannung liegen im Dunkeln, denn es gab nur einen kaiserlichen Erlass, keinen Prozess und keine Verteidigung. Ovid selbst deutet in seinem autobio­graphischen Gedicht nur sehr vage die Gründe an. In Tomi lebte Ovid die nächsten 10 Jahre in der ständigen Hoffnung, doch noch durch eine Begnadigung von diesem - für einen kultivierten Stadtmenschen unerträglich - unzivili­sierten Ort am Ende der damaligen Welt nach Rom zurückkehren zu dürfen. Diese Hoffnung erfüllte sich nicht und er starb dort wahrscheinlich im Jahr 17 n. Chr..

Als Grabinschrift wünschte er sich in gewohnter Selbstironie folgendes:

Hic ego qui iaceo - tenerorum lusor amorum -

Ingenio perii, Naso poeta, meo.

At tibi qui transis, ne sit grave quisquis amasti

Dicere: Nasonis molliter ossa cubent.

                                                                                                              (Tristia III 3, 73-76)

 

Ich, der ich hier liege - einer, der mit dem Thema Liebe zärtlich spielte -

der Dichter Naso, bin an meinem eigenen Talent zugrunde gegangen.

Dir jedoch, der Du vorübergehst, sollte es nicht schwer fallen, wenn Du geliebt hast,

zu sagen: Mögen die Gebeine des Naso sanft ruhen.